26.10.2018 - Gebirgebau auf Segment 8 und Strassengestaltung auf dem Anlagenteil "Chrüzegg"

Die Ausgangslage:

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Im September des Jahres 2017 begann ich mit dem Aufbau der Gebirgsstruktur auf Segment 8. Ich habe damals hier darüber berichtet. Das Bild oben zeigt den Stand der Arbeiten (Styropor-Konstruktion mit Gipsbinden verkleidet) von damals, der sich bis vor kurzem nicht verändert hatte. Das hatte einige Gründe.

Dieser Bereich schien mir eine ziemliche Herausforderung in Bezug auf die Planung und Ausführung der Arbeiten zu werden, da das Gebirge auf diesem Eck-Segment aus verschiedenen abnehmbaren Teilen besteht, es nicht an Ort und Stelle gestaltet werden kann, es in grosser Höhe liegt und schwierige Übergänge gestaltet werden müssen, um nur einige davon zu nennen.

Ich liess mir also Zeit, dachte viel über die zu erwartenden Schwierigkeiten nach und arbeitete unterdessen an anderen Bereichen der Anlage weiter, so auch am abnehmbaren Anlagenteil Chrüzegg mit der Gebirgsstation der Zahnradbahn (siehe unter anderem hier).

Chrüzegg grenzt nun aber "leider" ;-) an das Gebirge auf Segment 8 und da die Fertigstellung von Chrüzegg langsam näher rückt und das Teil dann irgendwann seinen Platz auf der Anlage einnehmen möchte, musste ich mich nun also doch endlich um das Gebirge kümmern. Denn ist das Zahnradbahn-Modul erst mal an seinem Platz, ist ein Herankommen an das Gebirge nur noch sehr schwer möglich.

Ich möchte in diesem Bericht aufzeigen, wie ich das Gebirge auf Segment 8 erstellt habe. Ganz am Schluss folgen dann noch ein paar Bilder der Strassengestaltung auf dem Anlagenteil Chrüzegg. 

Viel Spass bei der Lektüre!

Als erster Schritt musste das Gebirge wieder von der Anlage entfernt und in die Werkstatt verfrachtet werden, damit die Oberfläche gegipst werden konnte. Das Bild unten links zeigt den Hauptteil des Gebirges neben dem Anlagenteil Chrüzegg. Noch liegen sie falsch rum, das Gebirge wird später an die vorne sichtbare Seite von Chrüzegg anschliessen. Unten rechts der fertig gegipste Hauptteil mit der gestalteten Oberfläche. Noch fehlen die drei Gipfel. 

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Gebirge 3.jpg

Ziel war es, die Übergänge vom Hauptteil zu den drei Gipfeln so gut wie möglich hinzubekommen, obwohl das Entfernen der Gipfel später möglich sein muss. Ich habe mir hier eine Technik erdacht, die nach der Ausgestaltung nahezu unsichtbare Übergänge ermöglicht.

Auf die Fläche des Hauptteils habe ich Laminierfolie aufgeklebt, welche den Konturen des Felsens nach ausgeschnitten wurde. Nun kann von unten "heran gegipst" werden.

 

Das Bild rechts zeigt dies:

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Ist alles trocken, können nun die Gipfel ebenfalls auf die Folie geklebt werden, so dass danach von oben an die Folie heran gegipst werden kann. Es wird nur dort Leim aufgetragen, wo auch Folie liegt. Das Verkleben verhindert, dass sich die Teile während des Bearbeitens bewegen. Die nächsten Bilder zeigen das Aufbringen der abnehmbaren Teile:

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Die folgenden Bilder zeigen das Angleichen/Gipsen der zwei Elemente an den Übergängen in verschiedenen Stadien. Nachdem der Gips der Gipfel schon recht weit ausgehärtet ist, können diese nun wieder entfernt werden. Dabei kommt einem eine Eigenschaft zugute, welche dem Verkleben der Folie auf Styropor mit Pattex (es geht auch mit Weissleim) eigen ist: Eine extrem lange Trocknungsdauer zwischen diesen Materialien. Selbst nach Stunden ist der Leim noch nicht fest, so dass das aufgesetzte Gebirge während des Gipsens zwar sicher hält, aber mit wenig Kraft auch wieder von der Folie gelöst werden kann. Damit ist ein perfekter Übergang geschaffen und die Teile passen nach dem vollständigen Trocknen wieder genau aufeinander. Die Folie wird nicht mehr benötigt und kann entsorgt werden.

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Als nächster Schritt musste das neue Gebirge an den Anlagenteil Chrüzegg angepasst werden, da ich diesen Übergang auf der Anlage später nur mehr schwer erreichen kann. Dafür musste ich die beiden Teile ganz genau so gegeneinander ausrichten, wie sie später auf der Anlage zu liegen kommen. Die Technik ist die gleiche wie bei den abnehmbaren Gipfeln: Folie dazwischen kleben und die Übergänge gipsen. Das Bild unten links zeigt die noch zu füllende Grenze zwischen den Teilen. Rechts ist der Übergang schon erstellt und kann nun auch farblich und später gestalterisch angeglichen werden, sodass er auf der Anlage praktisch nicht mehr sichtbar sein wird.

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Bild Rechts:

Die nach dem Austrocknen fertige Grenze zwischen den beiden Anlagen-Teilen. Sie passen genau zueinander und können dann später auf der Anlage wieder zusammen gefügt werden.

Nun wird wie gewohnt mit der Farbgebung und der weiteren Ausgestaltung der Gebirgsteile begonnen. Ich verwende hier die in früheren Beiträgen ausführlich beschriebenen Techniken wie Grundieren, Lasieren, Abtönen und Granieren der Oberfläche. Danach erfolgt die Grundbegrünung, in tieferen Bereichen etwas mehr, nach oben hin weniger werdend. Anschliessend das Aufbringen von Schneefeldern mit dünnem Moltofill, und nach dem Bemalen derselben mit weisser Farbe schliesslich das Aufbringen von Schnee.

Die folgenden Bilder unten zeigen, wie diese Verfahren auf meinem neuen Gebirgeteil angewandt wurden:

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Gebirge 14.jpg
Gebirge 16.jpg
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Gebirge 17.jpg
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Das Gebirge ist nun fertig. Unten noch ein letztes Bild zusammen mit dem Chrüzegg-Modul aus der Werkstatt. Nun kann das Gebirge auf die Anlage umziehen!

Gebirge 20.jpg

Der Gebirgsteil wird nun Stück für Stück auf der Anlage wieder aufgebaut. Die anschliessenden Bilder zeigen diese Schritte:

Hauptteil,...

Gebirge 21.jpg

...Gipfel 2,...

Gebirge 23.jpg

...Gipfel 1,...

Gebirge 22.jpg

...und Gipfel 3. Fertig!

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Nun muss nur noch der nahtlose Übergang zum "alten" Teil des Gebirges auf Segment 5 sowie zur unterliegenden Konstruktion gestaltet werden. Dafür habe ich mir dort, wo später das Chrüzegg-Modul zu liegen kommt, eine Arbeitsfläche gebaut. Die Platte entspricht genau den Abmessungen von Chrüzegg und ist stabil genug, um darauf arbeiten zu können. Von dort aus komme ich gut an die noch verbleibenden Übergänge heran:

Gebirge 25.jpg
Gebirge 26.jpg

Ein Überblick über das bis jetzt erstellte Gebirge meiner Anlage. Noch fehlt der letzte "Relief"-Gipfel im Hintergrund, der dem Ganzen noch mehr Tiefen-Wirkung vermitteln wird. Dieser wird erst ganz am Schluss angebracht :

Gebirge 28.jpg

Zum Schluss des heutigen Eintrags noch ein paar Aufnahmen vom Anlagenteil Chrüzegg. Dort wurde die Strasse mit Markierungen, Strassen-Pfosten etc. versehen. Der Anlagenteil muss vollständig gestaltet werden, bevor er auf die Anlage kommen kann. Als nächstes werde ich mich dem Gebirgsbahnhof der Zahnradbahn widmen.

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Herzliche Grüsse und bis bald!

Linus

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