Gebirgebau

 

Im Herbst 2015 habe ich begonnen, den gebirgigen Teil meiner Anlage genauer zu planen. Das heisst jene Bereiche der Anlage, die oberhalb der höchst gelegenen Trassen liegen. Nach dem genauen Ausmessen des Fensters sowie der Türen des neuen Hobbyraums war rasch klar, dass das Gebirge, zumindest in Teilen, abnehmbar konstruiert werden musste. Das betraf (und betrifft) Teile des Gebirges auf den Segmenten 5, 7, 8 und 10.

Segment 9 ist nur 57cm breit, so dass ich es in voller Höhe durch eine Türe bringen kann, während auf den Segmenten 11 und 12 der Bahnhof Oberegg zu liegen kommt und dort kein wirklich "gebirgiger" Teil entstehen wird.

Das Gebirge wird sich also, in verschiedenem Ausmass, über eine Länge von rund 6 Metern der hinteren Anlagenkante entlang erstrecken.

Natürlich ist dafür eigentlich eine zu kleine Tiefe der Anlage vorhanden - deshalb ist es wichtig, das Gebirge (oder Teile davon) so zu gestalten, dass eine Tiefenwirkung entstehen kann - und zwar für das Auge des davorstehenden Betrachters (egal, wo dieser steht), aber ebenso für die Kamera.

Für meine Anlage ist später eine Hintergrundgestaltung vorgesehen. Wie genau ich diese anbringe und ob darauf nur Himmel und Wolken oder noch weitere Gebirgszüge und Hintergrundmotive zu sehen sein werden, ist noch offen.

Ich beschreibe in diesem Eintrag die Entstehung des Gebirgsteils auf Segment 5, also etwa ein Viertel des total geplanten Gebirges. Die anderen Teile werde ich in einer sehr ähnlichen Art und Weise erstellen.

Das abnehmbare Gebirge wurde auf einer 12mm Sperrholzplatte aufgebaut, die auf einer Konstruktion ruht, die ich über den höchsten Trassen von Segment 5 erstellt habe. Natürlich sollte diese absolut wagerecht gebaut werden. Die Platte des Gebirges liegt 79cm über Rahmen, das darüberliegende Gebirge erstreckt sich von dort dann nochmals ca. 56cm in die Höhe. Die Spitzen des Gebirges liegen 215cm über dem Boden des Raumes.

Die folgenden Bilder zeigen die Unterkonstruktion auf Segment 5 sowie die aufliegende 12mm Sperrholzplatte (alle kleineren Bilder dieses Beitrags sind durch anklicken vergrösserbar):

Wie oben zu sehen ist, wird die Sperrholzplatte der Kontur des Geländes der Unterkonstruktion entsprechend ausgeschnitten und angepasst.

Danach wird die Platte an den Kanten so abgeschrägt, dass ein fliessender Übergang zum unten liegenden Gelände entsteht:

Die Platte wird dann testweise mit der Unterkonstruktion verschraubt, um zu sehen, ob alles genau passt oder ob noch nachgearbeitet werden muss.

 

Die Verschraubung mit Unterlagscheiben und Muttern muss von unten gelöst werden können, da ja auf der Platte das spätere Gebirge zu liegen kommt (nächstes Bild).

Die Sperrholzplatte wird dann wieder entfernt, damit der Bau des Gebirges darauf beginnen kann. Ich habe mich beim Gebirge auf Segment 5 für einen Aufbau aus Styropor entschieden. Da die Bearbeitung dieses Materials eine ziemliche Sauerei zu Folge hat (Styroporkügelchen überall), habe ich den Aufbau und das Formen in meiner Werkstatt gemacht und nicht im Hobbyraum.

Die Styroporplatten (je 10cm dick) wurden aufeinander verleimt und geformt. Die groben Konturen habe ich mit einem langen, scharfen Messer aus dem Styropor geschnitten. Es ist wichtig, dass die ungefähren Schichtungen des Gesteins des späteren Gebirges bereits jetzt respektiert werden. 

Danach habe ich zwei Lagen Gipsbinden auf die Berge aufgetragen. Die später aufzutragende und zu bearbeitende Gipsschicht hält dann besser und der Untergrund ist so auch stabiler und nicht mehr so weich.

Die nächsten zwei Bilder zeigen das Gebirge in dieser Bauphase:

Das Gebirge mit den zwei Gipfeln konnte nach diesem Schritt für das Gipsen und Bearbeiten der Oberfläche wieder in den Hobbyraum umziehen.

Da das Gebirge etwas weiter entfernt vom Betrachter zu liegen kommt, habe ich versucht, die Felsstrukturen diesem Umstand anzupassen und sie etwas feiner zu machen als für Felsen im Vordergrund. Bilder von realen Gebirgen, überall auf dem Web zu finden, helfen dabei.

Das Bearbeiten und spätere Einfärben des Gips unterscheidet sich nicht vom normalen Felsenbau (siehe auch Felsengestaltung):

Strukturen ausarbeiten, grundieren, lasieren, trockene Farbgebung, mit weiss granieren. Die Bilder unten zeigen diese Stadien:

rohe Gipsstruktur:

Grundieren:

Lasieren/Abtönen:

Granieren:

Das Gebirge (das ja nicht drei- oder viertausend Meter hoch ist) sollte auch, zumindest in tieferen Lagen, leicht grundbegrünt werden. Braune und gelbliche Erdtöne dominieren hier, auch etwas olive-grün darf es sein. Unten etwas stärker begrünen, oben auslaufend immer weniger.

Auch einige Gräser dürfen dann durchaus noch mit dem Elektrostaten aufgetragen werden. Natürlich findet man hier keine perfekten grünen Matten mehr, sondern eher bräunlich-gelblich-grüne Gräser.

Der rechte Gipfel ist grundbegrünt, der linke erst lasiert und mit Acrylfarben abgetönt:

Im Herbst liegt auf vielen Voralpen- und Alpengipfeln bereits Schnee. Allerdings taut er an wärmeren Tagen natürlich zum Teil wieder ab, so dass das Grün (oder braun) zwischen den Schneefeldern wieder erscheint. Ich wollte dies auf der Schweizer Alpenbahn darstellen, da die Anlage ja eine herbstliche Szenerie darstellt.

Angefangen habe ich damit, dass ich sehr dünnes Moltofill angemischt und als "Schneefelder " über dem schon begrünten Gebirge aufgebracht habe. Einmal getrocknet, habe ich das Moltofill noch mit weisser Abtönfarbe behandelt. Das Ganze sieht jetzt etwas wie aufgetragener Zuckerguss aus:

Nach dem Trocknen der Schneefelder und deren Farbe kann nun beschneit werden. Ich habe mich hier nach einigen Tests für Soft Flake Snow von Woodland entschieden. Dieser Schnee gefiel mir im Finish gut und passte in meine Szenerie.

Angefangen habe ich damit, dass ich die Schneefelder mit Wasser-/Weissleim eingestrichen habe und alles mit einem Sieb beschneit habe, auch zum Teil die sichtbaren Felsen, Wiesen oder Abhänge, wo keine Schneefelder und damit auch kein Leim aufgebracht waren. Dann habe ich alles mit entspanntem Wasser aus der Spraydose besprüht und trocknen lassen (erstes Bild unten). 

Nach dem trocknen des Gebirges wurde ein weiteres Mal Schneepulver aufgebracht, um dann am Schluss alles mit einem Sprühkleber nochmals festzukleben. Damit hatte der Schnee die gewünschte Dichte und hielt überall sehr gut (zweites Bild unten).

Nach Abschluss dieser Arbeiten konnte das Gebirge endlich an seinen vorbereiteten Platz auf Segment 5 aufgebracht werden. Man kann das Gebirge zwar alleine tragen, meine Partnerin half mir aber beim Aufsetzen, um kein Risiko einzugehen, etwas an der Anlage zu beschädigen.

Vor dem Aufsetzen habe ich noch eine transparente Folie auf die Schnittstelle geklebt. An diese Folie kann dann von unten und von oben herangegipst werden, um einen schönen Übergang des Geländes zu schaffen und doch das eventuelle spätere Entfernen des Gebirges leicht zu ermöglichen (siehe Bild oben links in der Vierergruppe unten). Die anderen Bilder zeigen verschiedene Stadien des "Herangipsens" von unten und oben:

Nachdem der Fels farblich fertiggestellt wurde, habe ich Bäume bis zu einer fiktiven "Baumgrenze" angebracht, die etwas über der Grenze zwischen Segment und abnehmbaren Gebirge liegt und damit diese Übergänge etwas kaschiert. Vorne etwas grössere Bäume, hinten etwas kleinere, um die Tiefenwirkung zu unterstützen.

Auch wurden die höher gelegenen Bäume noch mit Sprühkleber eingesprayt und mit etwas Schnee bestreut. Es kommen noch einige Bäume hinzu, um die Waldgrenze etwas aufzulockern. Noch wirkt sie etwas zu "geometrisch" für meine Augen. Auch die Schneegrenze wird noch fliessender gestaltet, mir ist aber damals der Schnee ausgegangen...

Einige Bilder des Gebirges, wie es sich heute präsentiert (Stand Sommer 2016):