Planung

Für ein Projekt dieser Grösse ist eine klare Strategie und eine gut durchdachte Planung unentbehrlich. Ich warne aber gleichzeitig davor, ein Projekt zu "verplanen". Man wird nie in der Lage sein, von Anfang an alle Eventualitäten abdecken zu können, so dass keine Fehler oder Probleme auftreten.

Nach erfolgter Planung einfach mal den Mut haben, anzufangen, ist also das Motto! Sonst plant man das Projekt zu Tode.

Flexibilität während der Bauphase ist angesagt und oft sind kreative Ideen zur Problemlösung gefragt. Ich spreche aus eigener Erfahrung, wenn ich sage, dass man das durchaus lernen kann! Und man findet eigentlich immer eine gute Lösung, wenn man sich dafür Zeit lässt und nichts überstürzt.

Es gibt aber unbestritten Dinge, die im Voraus sehr genau geplant werden müssen, weil Korrekturen während der Bauzeit unter Umständen nicht mehr möglich sind. 

Darunter fallen Dinge wie Zugang zu Gleisen (in Tunnels wie auch überirdisch), Steigungen, Überfahrtshöhen, Lichtraumprofile und vieles mehr. 

Eher flexibel handhaben kann man in meinen Augen den exakten Gleisverlauf (ich plante Trassen, nicht Gleise) wie z.B. die genaue Lage eines Gleiswechsels oder einer Weiche (das gilt natürlich nur, wenn man mit Flexgleisen arbeitet). Auch die exakte Form oder Position einer Brücke oder eines Tunnels ergibt sich oft erst während der Bauphase.

Was die spätere Landschaft angeht, sollte man das Konzept schon klar im Kopf haben. Ich habe aber nie eine exakte Szene direkt geplant, sondern sie während der Bauzeit in meinem Kopf entwickeln lassen. Etwas räumliches Denken und Vorstellungskraft hilft natürlich sehr! Als nützlich kann sich auch ein "Modell vom Modell" erweisen (1 zu 1 den Plan nachbauen). Ich habe mir damals für Segment 1 ein solches Kleinstmodell gebaut, was der Vorstellungskraft schon auf die Sprünge helfen kann.

Der Masterplan meiner Anlage ist im Masstab 1:8 gezeichnet. Es wurde keine Gleisplan-Software verwendet. Auf dem Plan sind die Trassen mit den entsprechenden Steigungen definiert, was anschliessend zusammen mit der unterliegenden Rahmenstruktur den genauen Spantenbau erst ermöglicht.  Der Plan sieht etwas chaotisch aus, ist aber sehr genau. Es gab während des Baus selten Überraschungen.

Anlagenplan (das 5 Fr. Stück in der Mitte gibt eine Eindruck der Grösse des Plans):

Man kann vielleicht erkennen, dass gewisse Detailplanungen mit aufgeklebtem Transparentpapier gemacht wurden. Ich konnte so verschiedene Varianten planen, indem ich das Transparentpapier über dem Masterplan einfach durch ein neues ersetzt habe. So fand ich vor allem nach unserem Umzug und der Entscheidung, noch um drei Segmente zu erweitern, schliesslich nach mehreren Versuchen die optimale Lösung.

Auf dem Plan sind neben den Radien alle Steigungen und Höhen der Trassen eingezeichnet. Wichtig vor allem dort, wo Überfahrtshöhen berücksicht werden mussten. Aber auch das Planen der jeweiligen Spanten und Segmentabschlussplatten ist nur so möglich.

Eine Detailansicht der Segmentgrenze 4/5:

Planung und Realisierung!

Die Bilder unten zeigen die Planung, den Aufbau sowie das fast fertig gestaltete Segment 3:

Ich hoffe, dass ich damit einen kurzen Überblick zum Thema "Planung" geben konnte. Ein Gleisplan in elektronischer Form existiert leider nicht.

Vielleicht finde ich mal die Zeit, um einen zu erstellen oder den bestehenden Plan ins Reine zu zeichnen. Falls dem so ist, werde ich ihn sicher hier einstellen.