Gestalten eines Sees

Bei der Gestaltung eines Sees muss entschieden werden, ob man den Seegrund später noch erkennen möchte, oder ob man sehr tiefe oder trübe Gewässer bevorzugt.

Bei ersterem muss der Untergrund gestaltet werden, sowohl farblich wie auch mit Sand, Kies, Steinen, Algen, verrottenden Baumstämmen, etc. Ich habe mich für diese Variante entschieden. Dabei muss der Seegrund selbst nicht tief sein - die Tiefenwirkung des Sees wird über die Farbgebung erreicht: hell = seichteres, dunkler = tieferes Gewässer.

Die Seeufer, vor allem die Bereiche, die später "unter Wasser" liegen werden, müssen selbstverständlich vor dem Eingiessen des Harzes bereits fertig gestaltet werden.

Das Bild unten zeigt diesen Bauschritt:

Bevor das Giessharz eingefüllt werden kann, muss der Uferbereich und der Seeuntergrund (sowie in meinem Fall die Anlagenkante) zu 100% abgedichtet sein, da das Harz ansonsten durch jede noch so kleine Ritze einfach davonfliessen wird. Ich habe den Untergrund aus einer Holzplatte gebaut und mit Gips gestaltet und abgedichtet. Zusätzlich kam ein mit Isolierband verkleidetes Holzbrett an der Anlagenkante hinzu.

Ebenso wichtig ist selbstverständlich die absolut horizontale Lage des Giessbereichs. Der See füllt sich sonst uneben zur tieferen Seite hin.  

Im Bild oben wurde bereits die erste Schicht Heki Aqua gegossen. Diese ist etwa einen Zentimeter dick. Nach dem Trocknen der ersten Schicht habe ich noch eine zweite gegossen. Der See ist so knapp 2 cm tief (nächstes Bild).

Einige Anmerkungen zu dem von mir verwendeten Produkt:

Das Heki-Wasser trocknet absolut durchsichtig, farblos und spiegelglatt aus. 

Einmal getrocknet, bleibt alles an seinem Platz - also kein langsames Bewegen (oder Auswölben an der Anlagenkante) des Sees mehr, wie ich zum Teil von anderen Produkten gehört habe.

Harz und Härter müssen zwingend gut und lange vermischt werden und dies genau in dem auf der Packungsbeilage genannten Verhältnis. 

Die oft bei Giessharzen beschriebene Wärmeentwicklung ist sehr gering und kein Problem. Auch die Geruchsentwicklung ist gering.

Nach dem Trocknen der Schichten sieht der See folgendermassen aus:

Nun muss eine weitere Entscheidung getroffen werden:

Soll der See spiegelglatt bleiben, was bei Windstille absolut realistisch ist, oder ist das "Anlagenwetter" eher etwas windig und soll der See Wellengang haben. Da meine Anlage eine Herbst-Anlage darstellt, habe ich mich für die "windige" Variante entschieden. Die Oberfläche des Sees muss also auch noch gestaltet werden.

Das Produkt, das bei meinem See zur Anwendung gelangte, ist "Woodland Water Effects". Effektiv ist dies eine Paste, welche auf die Giessharz-Oberfläche (oder irgendeine andere) aufgetragen wird. Man kann sehr einfach mit Hilfe eines Pinsels, Zahnstochers oder irgendwelchen anderen Werkzeugen Wellen, Strömungen und unruhiges Wasser damit gestalten.

Water Effects ist auch für die Gestaltung von Flüssen, Wasserfällen oder Eiszapfen in Winterszenen geeignet. 

Hier sieht man die auf die Oberfläche aufgetragenen Water-Effects:

Das Produkt trocknet in ca 24 Stunden glasklar aus, je nach aufgetragender Dicke. Im Bild unten sind ca 18-20 Stunden vergangen, die noch etwas weisslichen Wellenberge sind noch nicht ganz durchgetrocknet und verschwinden noch.

Möchte man noch rauheres Wasser darstellen, kann den Wellen durch etwas weisse Farbe Gischt hinzugefügt werden.

Viel Erfolg und Spass beim Ausprobieren!